Eine bärenstarke Reise

Auslandseinsatz in Rumänien mit dem Jahresteam

Mitte April waren wir - Johannes G. und ich - das zweite Mal mit einem Jahresteam in Rumänien – mit dem Ziel, dass unsere Freiwilligen in dieser anderen Kultur einen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus werfen können.  

Da wir mit unserem Jahresduo Lina und Rahel nur zu viert waren, sind wir dieses Mal geflogen, statt die Strecke mit unserem BRUNNEN-Bus zu bewältigen. In Sibiu haben wir unseren Mietwagen in Empfang genommen und konnten somit ganz flexibel unterwegs sein. Nach einer ca. 2,5 stündigen Fahrt, kamen wir in Keresztúr an. Das liegt im siebenbürgischen Gebiet Rumäniens. In der Gegend, wo wir zu Gast waren, leben außerdem überwiegend Ungarn – selbst in den Geschäften wird dort nur Ungarisch gesprochen. 

Wir wurden sehr herzlich von den Missionaren in Empfang genommen. Dieses Jahr lernten wir die Projekte vom CVJM Domus Rumänienhilfe e.V. vor Ort kennen. Domus und der BRUNNEN hatten schon in der Vergangenheit verschiedene Kontaktpunkte, so war es etwas ganz besonderes, diese Verbundenheit nun quasi in zweiter Generation neu aufleben zu lassen. 

In den ersten beiden Tagen waren wir vor allem damit beschäftigt, alle Arbeitsbereiche kennenzulernen und die Zugehörigkeiten zu verstehen. Denn es gibt drei rumänische Vereine, "CVJM Gemeinsam Leben", "Viața are Sens" (Das Leben hat Sinn) und „Pentru Familia Creştine“ (Für die christliche Familie), die eng miteinander verbunden sind, aber jeweils ihre eigenen Projekte haben. Es gibt ein Jugendhaus, einen Secondhand-Shop, das Haus des Lichts (Tageszentrum für Menschen mit Behinderung) und eine therapeutische Farm, ein Lager für Hilfsgüter, zwei Kinderarchen und die Kirchenburg Arkeden. Die Kinderarchen in Fiátfalva und in Csekefalva (dort waren wir untergebracht) sind Häuser mit Räumen für Kinder- und Teenieprogramme. An beiden Standorten finden täglich nach der Schule Programme für Kinder aus den nahegelegenen Roma-Siedlungen statt.  

In Fiátfalva durften wir mit anpacken: gemeinsam mit zwei einheimischen Mitarbeitern schliffen wir an drei Tagen den in die Jahre gekommenen Holzboden ab. Das war eine sehr laute und extrem staubige Angelegenheit. Aber es war toll zu sehen, wie der Boden von Tag zu Tag heller und schöner wurde. 

Wir hatten auch Zeit für Ausflüge, und verbrachten einen Tag in einer Schlucht inkl. Besichtigung einer Höhle und Erklimmen eines Gipfels. Uns entgegenkommende Wanderer berichteten uns aufgeregt, dass sie auf dem Weg einem Bären begegnet waren – wir hatten ihn knapp verpasst. Manche von uns hätten auch gerne einen gesehen, doch das blieb uns verwehrt bzw. erspart – je nach Perspektive. 

An einem anderen Tag erkundeten wir mit einem Bekannten des BRUNNEN, der selbst Siebenbürger Sachse ist, seine Heimatstadt Schäßburg (Sighișoara). Am Nachmittag konnten wir bei einem Kinderprogramm in Csekefalva dabei sein.  

Einen Tag nutzten wir, um nach Mediaș zu Faffs zu fahren. Dort waren wir schon letztes Jahr mehrere Tage zu Gast. Wir kauften gemeinsam Lebensmittel ein und zauberten daraus für ca. 30-40 Roma-Kinder eine warme Mahlzeit. Mittags fuhren wir mit den Brüdern Wolfgang und Alfred nach Dumbraveni und erlebten das Kinderprogramm in der Roma-Siedlung mit. Im Anschluss halfen wir, das Essen zu verteilen. Nachmittags bekamen Lina und Rahel noch eine Hausführung durch das ehemalige Kinderheim und dann machten wir uns nach einem Kaffee wieder auf den Weg zu unserer Unterkunft. 

Am Sonntag konnten wir einen Gottesdienst miterleben. In der idyllischen Kirchenburg trafen sich Groß und Klein bei bestem Wetter zum gemeinsamen Essen, Reden, Kaffeetrinken, Gemeinschaft genießen, Gott loben und auf sein Wort hören.  

Es gäbe so viel mehr zu berichten über besondere Begegnungen, spannende geschichtliche Hintergründe, tiefgehende Eindrücke, kulturelle Zusammenhänge usw. – aber so eine erlebnisreiche Reise lässt sich nun mal nicht auf wenige Zeilen quetschen. Wir sind jedenfalls alle sehr dankbar für die Reise und alles, was wir erlebt haben sowie für die vielen wertvollen Begegnungen und Gespräche. Wenn ihr also in den nächsten Wochen eine unserer Jahresteamlerinnen seht, fragt sie doch persönlich nach ihren Erlebnissen. ????